Über die Sprache - Anton Pann
added by: Ioana D

Großer biss sollst du Schlucken
Und das große Wort nicht sprechen.
Obwohl
Den großen biss
Schluckt man mit Gefahr des Erstickens.
Weil
Die Ausdrücke der Großen sind wie süße Feigen,
Und die Ausdrücke der Kleinen klingen wie die Nüsse.
Sagt ein weiser Mann:
Schweig, oder sagen etwas Besseres als Schweigen!
Und
Wenn du friedlich leben willst, sehe nicht, höre nicht,
Bleib ganz ruhig, schweige.
Außerdem die Sprache hat auch ihre Zeit,
Und sie nicht hinwerfen, wenn du willst.
Wie da türkischen Sprichwort sagt:
Sioileiesem sioz olur, sioilemiesem dert olur,
Das heißt:
Wenn ich etwas sage, werde ich es tun,
wenn ich es nicht sage, werde ich es tun.
Und wie der Rumäne sagt:
Die Zunge der Kuh ist lang,
Doch es erreicht nicht bis zum Schwanz.
Und weiter,
Salz eignet sich gut zum Kochen,
Doch nicht unmäßig über Wochen.
Denn
Wo viel geredet ist,
Soll es kurz sein und mit Frist.
Immer
Wer lange redet in Benommenheit,
Es ist schlimmer als Trunkenheit.
So einer wie jener
Es setzt am Tisch Suppe ohne zu dürfen
Eins in einem, alles um zu Schlürfen,
So ist es ihm egal das Wagen.
Bis es ihm gelingt zu sagen:
Warte, dein Maul nicht fülle,
Warte in die Schlange wie bei der Mühle.
Du bist nicht hier an der Mühle,
Soll er mahlen wann er will.
Mann voller Gerede voll
Niemand gibt es ihm zuhören
Und er sagt, du quatscht zu viel.
Und
Er ekelt sich vor sich gar selbst,
Umherirrt er weiter Quatscht.
Als ob
Er Hühnerfüße gegessen, doch
Es beschäftigt ihn immer noch.
Deswegen
Der Arme hat nicht Kleider, hat nicht gaben,
Möchte kein Geheimnis in sdem Herzen haben.
Immer
Die verwehrten Worte die von Münden sind gejagt
Auf dem Markt und in der Mühle werden stets gesagt.



Translator: Christian W. Schenk

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