Poesie, besuche nachts im Schlaf mein Volk,
küsse ihre Stirn, spräche mit ihnen,
sag ihnen, dass ich die letzte Seite geschrieben habe
und, dass auch die Steine beweinen mich.
Poesie, sag meiner Mutter, sie soll mir vergeben,
ich bin ein fauler Apfel den sie wegwerfen soll;
Tränen habe ich ihr aus den Augen ausgequetscht,
der Faden des Seufzers auf den Lippen verdrehte sich.
Poesie, sag meinem Bruder, dass ich kein Engel war,
dass mein Herz eine Strafe, eine Rute ist,
und von grausamen Gedanken, die mich wild schlugen
bin ich müde.
Sag meinen Geliebten: Er hat euch nicht geliebt,
er, verwirrend euch, verwirrte sich selbst,
sein Leben war wie ein Glas
in dem man die Würfel der Zufälle mischt.
Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
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