Herbstzeit, verwünschtes Mädchen
Armseliges Mädchen!...
Verwünscht, jedoch auch schön
Und auch kokett,
Kamm irgendwann zu mir ins Haus,
Sehr Indiskret,
Und fragte mich was ich so mache...
Was für ein Zukunftsproblem
Tut mir noch weh...
Welche Blattzigaretten vergiften mich
Beim plaudern...
Und was für ein Weinbrand
Trinke, wenn ich schweige...
Seitdem
Möchte ich nicht mehr sagen seit wann blieb mir
Der Körper und meine Gedanken in den Herbst!...
Und nachher, jedes Jahr, Die Herbstzeit,
Braves Mädchen, komm um nach mir schauen
Sie kommt zu festen Zeiten wie auf dem Zifferblatt
Und feierlich wie ein Gestirn mit Schweif...
Und man weiß, dass ich nur gutes tue,
Die Herbstzeit bleibt bei mir drei Monate lang,
Als ob sie bei ihr zuhause wäre...
Bis eines Tages mich verlässt
Und geht sich zu versteckt...
Wohin?...
Der Teufel weiß wo!...
Nur dass, als sie gegangen ist,
Mein Stübchen sieht viel ärmer aus...
Vielleicht weil, die Herbstzeit stiehlt
Aus dem Mund mir
Aldas in neun Monaten zusammensammle
Mit Geduld und mit Tabak
Alles, was mir wichtig scheint
Für die Alarmglocke!...
Herbstzeit, indiskretes Mädchen
Und kokett,
Fuchtelt wie die scharfe Hacke
In den Schubladen und staubig Sekretär
Und er zerstört erbarmungslos
Alle meine Werke,
Blatt für Blatt zerfetzt mir alles,
Und sie lässt mich nackt zurück...
Wie ein Schöpfeimer im Brunnen,
Ohne eine Tropfen Wasser!...
Doch mein Glück in diesem Jahr ist, dass
Die Zeit nach einem anderen Meridian vergeht...
Und dass diese Verse geschrieben wurden
Nicht bei mir zu Hause
Wo ich normalerweise schreibe
Sondern auf dem grünen Gras,
Irgendwo am Land,
Wo der Kalender schreibt, es ist noch immer Sommer
Und wo der Herbst noch nicht gekommen ist!...
Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
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