DER WUNDERBARE SAMEN - Lucian Blaga
added by: Ioana D

Du bittest mich mit einem Lächeln
und einem süßen Wort dir
soll ich Samen hohlen, die einmaligen,
für Utopias stolzen Garten,
um den fruchtbaren Blitzen zu tanzen,
um stille Säfte hoch ins Licht zu heben.

Unbedingt, mehr als durch den Lärm der Stadt,
mit größerer Ausdauer
als unter blühenden Arkaden,
werde ich den ganzen Lenz durch die Märkte
gehen, auf der Suche nach dem Saatgutverkäufer.
Du hast meine Neigung und den Geschmack
für alles, was Heimat ist entdeckt,
für alles, was im Urquell wächst und gedeiht.
Du hast die Freude die mich erfasst hat vor
der Kräfte in Kornformen, erraten,
vor diesen kleinen Göttern, die warten,
auf die Furchen im März geworfen zu werden.

Ich habe den wunderbaren Samen, der
schließt in sich die höchsten Kräfte ein,
nicht nur einmal gesehenen.
Belanglos im Aussehen, obwohl von edler
Herkunft, scheinen mir die Samen zu sein,
die du von mir verlang hast.
Leuchtente Farben, nur sie offenbaren
die Stufen und die Feinheit.
Reihen von Säcken mit offenem Schlund -

die Körner musst du dir vorstellen: gelblich,
oder rötlich, grün, grau, golden,
mal rein, mal buntscheckig.

Solche frische, lebendige glänzend
hellen Farben sieht man nicht mehr,
nur in den Wahrzeichen der Länder,
oder Geflügeleier. Die Samen in der Hand
aufzuheben, kühl,
kann man ein Klang hören, wie es an einem
Ufer der Ostsee seidiger Sand von sich gibt.

Als Kind, gefiel mir, Kleidunglos,
in der Weizenwanne meine Füße zu tauchen,
in golden Körner bis zu dem Mund getaucht.
Auch jetzt, in alten Zeiten, wenn ich manchmal
auf dem Acker ein Samenhaufen sehe,
kann ich das Verlangen ihr Antlitz
zu berühren kaum zähmen.

Von dieser Liebkosung hält mich nur
der Herbst fern um die Götter, die Sonnigen,
nicht zu wecken,
Träumer von hartnäckigen, braven Träumen.

Lob den Samen, denen hier und Allen für immer!
Ein starker Sommergedanke, ein Himmel hohes
Licht, versteckt sich in jedem von ihnen;
sie schlafen.
Im Traum der Samen Hämmert

ein Feldrascheln und Mittagsgärten,
ein waldiges Jahrhundert
Blattvölker
und ein Murmeln singenden Volkes.



Translator: Christian W. Schenk

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