bedeckt mit verwelktem Laub liegt Pan
auf einem Felsen.
Ist blind und alt.
Die Augenlider sind ihm Feuersteine,
erfolglos noch versucht zu blinzeln,
denn seine Augen schlossen
sich - wie Schnecken - in dem Winter.
Warme Tautropfen fallen ihm auf den Lippen:
einer,
zwei,
drei.
Die Natur tränkt ihren Gott.
Ah, Pan!
Ich sehe ihn, wie er die Hand ausstreckt,
greift einen Ast,
tastet ihn
mit leichten Knospenzärtlichkeit.
Ein Lamm kommt aus dem Busch heraus.
Der Blinde hört ihn und er lächelt,
denn Pan hat keine größere Freude
als mit Bedacht des Lämmchen Kopf zu greifen
und in dem weichen Wöllchen Hörnchen suchen.
Stille.
Um ihm herum verschlafene Höhlen gähnen
und steckt das Gähnen ihn jetzt auch an.
Er streckt sich aus und sagt sich:
„Die Tautropfen sind groß und warm,
die Hörnchen keimen,
die Knospen sind jetzt voll.
Es soll der Frühling sein?“
Translator: Christian W. Schenk
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