Pans tod - Lucian Blaga
added by: Ioana D

I
Pan zur Nymphe

Aus dem mit Schilf mit Froschkleidung
im Haar taucht eine Welle auf,
er will dich umklammern doch die Sande
beginnen zu kochen.
Wie eine schattenhafte runde Amphore gießt
sich geschmeidig dein nackter Körper ins Gras.

Und die Ader meiner Schläfe pocht
wie der Kropf einer faulen Eidechse
die in der Sonne schmort, deine
Bewegung weht zu mir Quellenmurmeln.

Wie das heiße Brot würde ich dich brechen,
deine Bewegung wirft mir süße Zeiten in dem Blut.

Die Sande beginnen zu kochen.

Sommer,
Sonne,
Gras!


II
Gott wartet

durch das Stoppelfeld spielen
Mäuse und Kälber,
und die Weinreben
halten in den Händen
Fröschchen.
Mit ein Löwenzahnblatt
zwischen den Lippen
warte ich, dass sie
kommt.
Ich möchte nur
die gespreizten Finger,
sauber, durch ihre
Haare gleiten,
durch ihre Haare
und, dann aus den Wolken
soll ich, wie aus einem Knäul,
die blitze sammeln
so wie der Herbst
aus der Luft hauchdünne
Spinnenfäden sammelt.


III
Der Schatten

Pan bricht im Schatten
manche Nussbaumwaben.

Es ist traurig:
es vermehren sich die Klöster in den Wäldern,
doch der Glanz eines Kreuzes stört ihn.

Um ihn herum fliegen die Mehlschwalben
und die Rüsterblätter
ein Läute Brett bringen hervor.
Unter der Abendglocke Pan ist traurig.
Auf einen Pfad Schreitet der
Mondartige Schatten
Jesu.


IV
Pan singt

Ich bin alleine und voller Distel.
Ich herrschte irgendwann über einen
Sternenhimmel und über Welten,
ich spielte ihnen aus der Panflöte.
Das Nichts spannt seine Saiten.
Kein Fremder kommt heute
herein in meiner Grotte,
nur bunte Salamander kommen
und manchmal:

Der Mond.


V
Die Spinne

Verjagt vom Kreuz, auf den Pfaden Rand
Pan
versteckte sich in einer Höhle.
Die angespannten Strahlen drängelten
und schoben mit den Armen,
um ihn zu erreichen.
Er hatte keine Freunde,
nur eine einsame Spinne.
Gespannt, webte die Kleine ihr Netz
in seinem Ohr.
Und Pan gutmütig von Natur
fing Mücken seinem letzten Freund.

Die Herbste eilten mit fallenden Sternen.

Irgendwann schnitzte sich Gott
aus eine Holundergerte eine Flöte.
Der kleine Dummkopf
stolzierte auf seiner Hand.
Und in ein Funke Fäulnis
entdeckte Pan erstaunt,
dass auf dem Rücken sein Freund
ein Kreuz hatte.
Der alte Gott erstarrte sprachlos
in einer Nacht voll Sternschnuppen
und zuckte vor Schmerz zusammen,
die Spinne wurde Christin.

Am dritten Tag schloss er sein Augenfeuersarg.
Mit Reif war es bedeckt,
der Dämmer stieg vom Läute Brett herab.
Die Flöte blieb unvollendet.



Translator: Christian W. Schenk

see more poems written by: Lucian Blaga