Zeichen - Lucian Blaga
added by: Ioana D

Die Tauben-Propheten waschen
ihre von Ruß geschwärzte Flügel
in dem Regen oben ab.
Ich singe -
Zeichen, es sind Zeichen des Weggehens.

Aus den Erdstädten
die weißen Jungfrauen werden mit
erhobenen Augen zu den Bergen gehen.
Ihnen werden bloße Junge
zu den bewaldeten Sonnen folgen,
und alles, was menschlich ist, wird gehen
um noch mal die vergessenen
Geschichten des Blutes lernen.

Ich habe mein Haus mit Wachs versiegelt,
um mich nicht mehr zu verspäten dort wo die
Spiele und die Kreuzigungen stattfinden
und auf den Straßen unter den Gewölben
keine Menschenseele wird noch von
Jahrhundert zu Jahrhundert vorbeigehen.
Die Brücken werden schweigen.
Von den Glocken wird die Kühnheit fallen.

Aus der Ferne der Wilden
unter den großen Sternen,
nur die Rehe werden noch die Stadte betreten
um das spärliche Gras aus der Asche zu weiden.


Hirsche mit großen, sanften Augen
werden die alten Kirchen mit offenen
Toren, verwundert werden betreten.

Werdet die toten Hörner los,
ihr, alte Hirsche, so wie die Bäume
ihr trocknes Laub fallen lassen,
und dann geht weiter:
hier ist die Erde vergiftet,
hier haben irgendwann die Häuser
versucht die Menschenkinder zu töten.
Schüttelt die Erde ab
und geht,
denn siehe, der verrückte Wein des Lebens
ist hier in Asche verflossen,
doch jeder andere Weg führt ins Märchen,
in das große, große Märchen.



Translator: Christian W. Schenk

see more poems written by: Lucian Blaga