Die Dürre zerstörte jeden kleinsten Windhauch.
Die Sonne schmolz und floss auf die Erde drauf.
Der Himmel blieb heiß und leer, Armutsquelle.
Der Schopfeimer zieht Schlamm aus der Quelle.
Immer mehr Brände, Flammen über den Wäldern
Tanze wilde, satanische Tänze über den Bergen.
Ich folge dem Vater über die Hügel, zwischen Strauche,
Die Tannen kratzen mich, böse und trocken.
Wir fangen beide an, Geißen zu jagen,
Hungerjagd in den Karpaten.
Der Durst bringt mich um. Auf Stein kocht
Das Rinnsal des Wassers aus dem Brunnen heraus.
Die Schläfe drückt auf die Schulter. Ich gehe wie
Auf einen anderen Planeten, riesig, fremd und schwer.
Wir warten an einem Ort, an dem es noch rauscht,
Aus den Saiten sanfter Wellen die Quellen.
Wenn die Sonne untergeht, wenn der Mond scheint,
Hierher werden sie in Scharen kommen, um zu trinken
Einer nach der anderen die Rehe in Wellen.
Sage dem Vater, mich durstet, er sagt soll ich schwei-gen
Schwindelerregendes Wasser, mit frischem Hauch!
Ich fühle mich durch Durst mit dem Rehlein verbunden,
An der der Stunde des verbotenen Gesetzes und Brauch.
Das Tal atmet mit einem verwelkten Rascheln aus.
Was für ein düsterer Abend schwebt den Hang herab!
Auf der Weite fließt rotes Blut auf meiner Brust raus
Ich wischte mir die Hände voller Blut an der Brust ab.
Wie auf einem Altar wüten Farne mit blauen Flammen,
Und die erstaunten Sterne funkelten zwischen ihnen.
Oh, wie ich bat, du würdest nicht kommen, komm nicht,
Schönes Opfer meines Waldes, so steht es geschrieben!
Es sprang auf, es kommt, und bleibt eine Weile stehen
Blickt scheu herum auf einer Art erschrocken,
Und seine dünnen Nüstern ließen das Wasser beben
Mit glatten Kupferringen wie zarte kleine Locken.
In seinen feuchten Augen glänzte etwas wie Würde,
Ich wusste, sie wird sterben und es wird schmerzen.
Es schien, als ich einen Mythos erleben würde
Mit dem als Reh getarnten Mädchen in meinem Herzen
Von oben das blasse Mondlicht schenkte seine Gabe
Verblühte Kirschblüten strichen über sein warmes Fell.
Oh, wie ich es mir zum ersten Mal gewünscht habe
Vaters Gewehr soll Scheitern wie nie zuvor Rebell!
Die Täler widerhallten. Das Reh fiel auf die Knie,
Hob seinen Kopf, es schleuderte ihn nach oben,
Dann fiel es um und rührte das Wasser kaum
Laufende schwarze Perlenschwärme zerstoben.
Ein blauer Vogel flatterte zwischen den Zweigen,
Und das Leben des Rehs flog in die Dämmerung
Es flog sanft, mit einem Schrei, wie der Vögel im Herbst
Wenn grau und wüst er sein Nest verlässt.
Stolpernd ging ich hin und schloss seine Augen
Vage Augen, traurig bewacht von Hörnern weich,
Ich zuckte auf ganz still und weiß an, als Vater sagte
Zischen mir mit voller Freude zu: - Wir haben Fleisch!
Ich sage dem Vater, es dursten mich, er sagte nur trinke.
Schwindelerregendes Wasser, wie dunkel schwankst du!
Ich fühle mich durch den Durst mit dem Reh verbunden,
Das starb, durch das Gesetz und un Brauch verboten...
Doch das Gesetz ist uns egal und fremd beim hungern
Wenn das Leben in uns kaum wie ein Hauch noch weht,
Die Freundlichkeit und Gnade sind vergebens, wenn
Meine Schwester hungert, krank und im Sterben liegt.
Aus einem Laug raucht Vaters Gewehr.
Ach, ohne Wind flattern die Blätter!
Der Vater entfacht ein prächtig‘ Feuer.
Oh, wie sehr hat sich der Wald verändert!
Ich pflücke Kräuter, ohne was zu wissen
Ein Blümchen rasselt silbern ganz allein...
Der Vater hat vom Spieß gerissen
Das Herz des Rehs und seine Innereien.
Was ist das Herz? Bin hungrig! Möchte leben und...
Vergib mir, Mädchen – du, mein Reh mit deiner Blässe!
Ich bin müde. Wie hoch das Feuer! Der Wald ganz Bund!
Ich Weine. Was denkt Vater? Ich esse, weine. Ich esse!
Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
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