Psalm XXVIII - Ştefan Augustin Doinaş
added by: Christian1951

Herr, oft fühle ich mich nur ein Körperchen
Deines weißen Blutes, ständig
aufgefrischt durch unsren Tod und unsere Geburt.

Wie viele Male wohl drang ich durch
Dein Hirn? Der angenehme Liebesschwindel
war mir nicht Fall in dies
Dein Herz, erhabener Puls des Seins?
Für einen Augenblick war ich Dir Traum, Dir Durst,
einen Augenblick - ach, welch grauenvoller Augenblick! -
ich rastete in Deiner Wunde, bereit zu tropfen
gleich einem Stern aus Augenhöhlen...

Und vielleicht erlöscht mein Licht erst, wenn
unter Deinem Blick ich jener bin, der das
Gesehene sieht als Schatten des Seins.



Translator: Christian W. Schenk

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