Nimm deine goldene Harfe, junger Dichter.
Sieh, wie im Auge mir die Tränen glänzen!
Sing mir ein Lied, so will ich deine Stirne
Mit Lilien kränzen. -
Zum ersten male sprach ich ihr
Von Liebe und Verlangen;
Da neigte sie das Angesicht
Errötend und befangen.
Sag, was redest du von Größe
Greisenweisheit, grau von Haar?
Mädchenschönheit, Küsse, Liebe
Willst du wohl verachten gar?
Die Liebe, die sich selber achtet;
Ein hoher, heldenhafter Geist,
Der durch erhabene, schöne Taten
Sich seines Ursprungs wert erweist:
Die Frau ist gleich der Blume,
Von Himmelsduft umweht,
Sie leuchtet wie die Sonne,
Wenn sie im Mittag steht.
Scharen von Magyaren haben‘s Land bedeckt,
Sonne musst es sehen und erblich erschreckt.
Doch der alte Mircea, furchtlos und verwegen,
Viele starben für den Glauben:
Lebend wurden sie verbrannt;
Andre siechten hin im Kerker,
Fesseln schwer an Fuß und Hand.
Liebste, weißt du wie der Mensch
Die Unsterblichkeit erwirbt?
Wer vom Götternektar trinkt,
Weißt du, dass er nimmer stirbt?
Der Wolf verfolgt das Rehlein,
Das Reh das Gras der Au;
Und ich ein Hirtenmädchen
Mit Augen maulbeerblau.
Nein, nichts vergehet hier auf Erden:
Endlos der Strom des Lebens wallt;
Wir, die wir heute sind, wird werden
Noch erben andere Gestalt.