Eine Jungfrau reichte neulich
Mir im Traume ihre Hand;
Zwischen Licht und tiefem Schatten
Sie wie Morgenröte stand;
Nur die holden Grazien sollen
Mir den Freudenbecher kränzen
Trübes will ich nimmer hören,
Seh' ich Wein im Glase glänzen.
Den Berg herunter in ein enges Tal,
so schön als wär’s der Weg zum Paradiese;
Ziehn bei dem Glöckchen hellem Silberschall
Drei Lämmer Herden über eine Wiese.
Träne, die sich mir entwindet,
Siehst den Tau der Blumen ziert,
Wie er glänzt und dann entschwindet
Und zu schwarzen Wolken wird?
Siehst du den stolzen Adler o du mein teures Leben!
Wie er sich schwingt zum dunkeln Wolkenflor?
So will in deinem Anblick sich meine Seele heben
In süßem Schauer schwimmend zum Himmel empor.
Schönstes Mädchen das zu sehen!
Warum willst am Steg' nicht gehen
Dass mein Arm dich froh umschließt
Möcht bei Gott wohl nicht verfehlen
Wär' ich ein Blümchen du meine Wonne
Das an dem Bache blüht tief in dem Tal:
Würde ich geben den Tau und die Sonne
Für deines Auges heiligen Strahl.
Sterne kommen, Sterne schwinden!
Meinen Trost kann ich nicht finden,
Für die Erde starb er ab;
Er ist fort mit dir gezogen
Du mit einem Wort so leise,
Du mit einem Lächeln weise,
Du mit einem Kuss so süß:
Hast die Seele, hast das Leben
Lebt' ich wie die Welt so lange
Flög' in seligem Geistesdrange
Ewig, ewig ich zu dir!
Was nur heilig mir im Leben