Das Wasser kraust sich noch immer dort,
Doch gleiten die Menschen darüber fort,
Sie hören das heimliche Locken nicht,
Sie schauen nicht mehr der Hexe Gesicht,
In meinem Herzen blühen
Noch Blumen wunderschön,
In meinem Haupte singt noch
Vielstimmiges Getön.
Graf Ulrich hat nicht Haus, nicht Land,
Sein Vater tot, seine Burg verbrannt,
Ihm ward das Letzte geraubt.
Sein ist der Schmerz, das Schwert in der Hand
"Mit Steinen werft mir den Sänger!" rief
Herr Barthold in heißem Zorn.
"Was singt er die Mär', die solange schlief,
Was gibt er Erinn'rung den Sporn?
Du Rebenland, du grüner Wald,
Du Rhein mit deinem Schimmer,
Dein Glanz ist fern, dein Sang verhallt,
Ich bin entfloh ‘n für immer!
- Allerliebste schöne Kleine
Mit so holden Augenscheinen
Werde mein Schatz, werde die Meine
Seit du dich dem Knospenhaus
Liebesträumend schläft der Mond
Überm Meer und deinem Haus,
Du nur Liebste bist noch wach,
Sendest Sehnsuchtsseufzer aus.
Hörst du nicht die Wogen brausen
An des steilen Felsens Rand?
Seemann, lenke unser Schifflein
Schnell zurück zum sichern Strand!
Der Seemann komm! die Täler rauchen,
Bootsmann komm! die Nacht bricht ein.
Wie ein Halsband aus Rubinen
Liegt die See im Mondenschein.
Sieh, wie friedevoll im Mondlicht,
Ruht der weite Bosporus!
O schwarzäugige Geliebte,
Gib mir einen einzigen Kuss!